Weg der Religionen

150 Radlerinnen und Radler der Stadt Nürnberg auf dem Weg zu mehr Toleranz und interreligiösem Dialog

Am 12. Juni 2015 startete an der Eyüp-Sultan-Moschee eine gemeinsam von der DITIB Nürnberg e.V., dem Ev.-Luth. Dekanat Nürnberg, der Katholischer Stadtkirche und der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg ins Leben gerufene Aktion „Weg der Religionen“. Nach den Anschlägen in Paris auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt, sowie weiteren Anschlägen in anderen Städten Europas im Winter 2015, kam es unteranderem auch in Deutschland zu einer Welle  von Demonstrationen,  die von nationalistischem und fremdenfeindlichem Gedankengut getragen wurden. Nürnberg blieb leider keine Ausnahme.

Daraufhin versammelten sich Vertreter der Stadt, Gemeinden und Verbände und religiöser Institutionen, um gemeinsam nach Wegen zu suchen, um diesen besorgniserregenden Tendenzen zu begegnen. Es wurde beschlossen, eine Reihe von Aktionen unter dem Motto “Nürnberg hält zusammen“ zu organisieren. Den Auftakt machte eine Kundgebung im Januar, bei der sich 3000 Teilnehmer versammelten, um trotz Kälte und Schnee ein Bekenntnis zu Demokratie, Freiheit und ethnischer und religiöser Toleranz abzugeben. Viele andere Aktivitäten folgten, wie zum Beispiel das Fest der Vielfalt am 17. Mai.

Der „Weg der Religionen“ war eine weitere Aktion aus dieser Reihe. Erstmals formulierte Herr J. Hamburger, Pressesprecher der IKG Nürnberg, die Idee, eine gemeinsame interreligiöse Radtour zu veranstalten. Vertreter der Katholischen und Evangelischen Kirchen, sowie der DITIB-Moschee griffen die Idee auf und gemeinsam brachten sie das Rad ins Rollen. Ca. 150 Nürnberger und Nürnbergerinnen traten bei ungefähr 35 Grad in der Sonne in die Pedale, um gemeinsam ein Zeichen für Toleranz, Respekt und einer offenen Stadtgesellschaft zu setzten. Und in der Tat, spiegelte die Radgruppe die Vielfalt der Stadt wider: Frauen und Männer, Jung und Alt, Christen, Muslime, Juden auch Atheisten, einfach alle waren dabei.

An der Moschee, dem Jakobsplatz mit den beiden Kirchen und der Synagoge gab es jeweils ein kurzes Programm. An der letzten Station, der Synagoge, begrüßte Rabbiner Shlomo Fryshist  und der 1. Vorsitzende, Rudi Ceslanski, die Teilnehmer. Vorgetragen wurde aus dem Psalm 34 in hebräischer und deutscher Sprache. Den Schlusspunkt setzte das bekannte Lied „Hine Ma Tov“, welches den Psalm musikalisch umsetzte: „Seht doch, wie gut und schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen“.

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