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04 September 2010   23:53

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Schwerpunkte der wechselvollen Geschichte
der jüdischen Gemeinde in Nürnberg seit dem frühesten Mittelalter
 

  Man geht davon aus, dass sich Juden bereits mit der Stadtgründung in Nürnberg niederließen.
   
1112 Anwesenheit von Juden in Nürnberg wird in einer Urkunde Heinrichs V. erwähnt.
   
1296 Einweihung einer Synagoge auf dem Hauptmarkt (war bei der Größe der Gemeinde wahrscheinlich nicht die erste).
   
1298 Erster Pogrom in Nürnberg. 628 Männer, Frauen und Kinder werden umgebracht.
Friedhof und Synagoge werden nicht zerstört.
   
1301 Juden erhalten erneut Erlaubnis, in Nürnberg zu wohnen. Friedliches Nebeneinander von Christen und Juden in der Stadt.
   
1349 Obwohl die Juden unter dem Schutz Kaiser Karls IV. stehen, erwirkt der Nürnberger Stadtrat
Ulrich Stromer beim Kaiser durch eine persönliche Vorsprache im Auftrag des Magistrats die Erlaubnis, die Juden aus Nürnberg zu vertreiben.
Zweiter Pogrom und Vertreibung der Juden aus Nürnberg
Zwischen dem 5. und 7. Dezember 1349 fällt die Bevölkerung über die Juden her und erschlägt und verbrennt sie, ohne dass der Rat dagegen einschreitet. Die Gesamtzahl der Opfer beträgt 562 Personen.
Damals wohnten ca. 1500 Juden in Nürnberg, also 10 % der Bevölkerung. Das Vermögen der Juden wurde beschlagnahmt, ihre Forderungen an Bürger vom Rat übernommen. Synagoge und Friedhof wurden zerstört. Steine aus diesem ersten mittelalterlichen Friedhof wurden für Bauten in Nürnberg verwendet. Auf dem Platz der Synagoge wurde zur Sühne eine Kirche errichtet, die heutige Frauenkirche.
   
1350 Wieder erlaubt man den Juden, in Nürnberg Wohnung zu nehmen. Das Ghetto liegt zwischen der heutigen Judengasse-Wunderburggasse-Martin-Treu-Straße und Rotschmiedsgasse.
   
1375 In der Judengasse wird eine neue Synagoge eingeweiht.
   
1499 Es gibt zwar keinen Pogrom, aber zwischen dem 20. Februar und dem 10. März 1499 müssen alle Juden die Stadt verlassen. Der Rat der Stadt erwirbt für nur 8000 Gulden sämtliche Judenhäuser, die Synagoge, den Friedhof und allen liegenden Grund.
Rund 350 Jahre, bis zum Jahre 1850, gibt es keine Bürger jüdischen Glaubens in Nürnberg.
   
1850 Mit 9 gegen 8 Stimmen beschließt der Stadtmagistrat die Zulassung von Juden als Bürger in der Stadt Nürnberg. So wurde der 350-jährige Bann gebrochen und einem Juden die Wohnsitznahme in Nürnberg gestattet.
Im gleiche Jahr stimmt das Innenministerium der Zulassung von Juden zu. Für weitere Zuzüge von Juden gibt es keine prinzipiellen Schwierigkeiten mehr.
   
1852 Die Zahl der jüdischen Mitbürger Nürnbergs erreicht 87 Seelen.
   
1862 Am 28. Januar wird die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg gegründet.
   
1864 Eröffnung des jüdischen Friedhofs an der Bärenschanzstraße.
   
1867 Es leben bereits 1254 Juden in Nürnberg.
   
1874 Am 8. September wird nach langen Bemühungen um Grundstück und Bau die im maurischen Stil errichtete Nürnberger Synagoge am Hans-Sachs-Platz unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit eingeweiht.
   
1875 Die der orthodoxen Richtung angehörenden Juden in Nürnberg gründen den Verein Adas Israel.
   
1900 Um die Jahrhundertwende ist die Gemeinde auf 1.705 Seelen angewachsen, wobei bemerkt werden kann, dass die Juden erheblichen Anteil an der Industrialisierung der Stadt Nürnberg im 19. Jahrhundert haben.
Die gesamte Zweiradindustrie - Hercules, Ardie, Triumph u.s.w. - sind Gründungen jüdischer Industrieller, ein großer Teil der Blechspielwarenfabrikation ist in jüdischen Händen, z.B. Trix-Werke, Bing-Werke, besonders aber die Schuco-Werke, die Pinselfabrikation wird aus der Ansbacher Gegend, wohin ein Teil der Juden nach der Ausweisung im Jahre 1499 verzogen war, nach Nürnberg gebracht.
   
1902 Die orthodoxe Synagoge in der Essenweinstraße wird ihrer Bestimmung übergeben.
Im gleichen Jahr findet die Enthüllung des von dem jüdischen Hopfenhändler Gerngros gestifteten Neptunbrunnens auf dem Nürnberger Hauptmarkt statt.
   
1910 Einweihung des neuen, noch heute benutzten Friedhofs an der Schnieglinger Straße.
   
1914 1.543 Männer der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg dienen bis 1918 im deutschen Heer (1915 lebten in Nürnberg 8.307 Juden).
178 der jüdischen Soldaten Nürnbergs fallen im Ersten Weltkrieg für ihr - wie sie zurecht annehmen konnten - Vaterland. Die Jahre 1933 bis 1945 bewiesen: Sie hatten sich getäuscht!
   
1922 Die IKG Nürnberg hat nun 9.280 Mitglieder.
   
1923 In Nürnberg vermehren sich die antisemitischen Tendenzen. Das von dem Volkschullehrer Julius Streicher herausgegebene, judenfeindliche, pornographische Wochenblatt "Der Stürmer" erscheint zum ersten Mal.
   
1933 Das Leben innerhalb der Gemeinde, die Bedingungen für die jüdischen Bürger Nürnbergs verändern sich radikal mit dem 30. Januar 1933.
   
1933 1. April: Boykott jüdischer Unternehmen durch SA-Posten.
7. April: Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums führt zur Ausschaltung nicht arischer, zumeist jüdischer Beamter. Entsprechende Gesetze für andere Berufsgruppen folgen. Juden wird das Betreiben von Geschäften in städtischen Gebäuden verboten.
   
1933 Am 20. Juli werden etwa 300 Nürnberger Juden zu einem SA-Sportplatz im Süden der Stadt getrieben und dort misshandelt.
Ab August dürfen die städtischen Schwimmhallen nicht mehr von Juden benutzt werden.
   
1934 Ab Juni ist Juden der Besuch des Stadtparks verboten.
Im August entziehen die Behörden 2.000 Juden in Nürnberg, die ausländischer Herkunft sind, die deutsche Staatsangehörigkeit.
   
1935 Ab Sommer laufen verstärkte Aktionen "Juden unerwünscht" an. An Ortseingängen, in Badeanstalten, in Cafés, Geschäften usw. werden entsprechende Schilder angebracht.

Am 15. September gibt Göring im Auftrag Hitlers auf dem Reichsparteitag der Freiheit in Nürnberg die sogenannten Nürnberger Gesetze bekannt: Das Reichsbürgergesetz und das Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre. Damit wird den Juden ein großer Teil der bürgerlichen Rechte entzogen. Die endgültige Vernichtung ist eingeleitet.
   
1938 Nürnberg ist eine der zwei Großstädte des Deutschen Reiches, in denen die Hauptsynagoge noch vor der Nacht der Schande (so genannte "Reichskristallnacht" - 9. auf 10. November) abgebrochen werden. Der Nazi-Oberbürgermeister Liebl und der unselige Gauleiter Julius Streicher verkünden am 10. August beim Startzeichen zum Beginn des Abbruchs der Synagoge bombastisch das Ende der Judenherrschaft über Nürnberg.
17. August: Einführung der Vornamen Israel bzw. Sarah für alle Juden.
9./10. November: Die Nacht der Schande ("Reichskristallnacht"). Neun jüdische Bürger werden brutal ermordet. Zahlreiche andere, darunter Personen, die sich große Verdienste um Nürnberg erworben hatten, begehen Selbstmord, weil sie die Schande und Erniedrigung nicht ertragen können.
   
1941 15. September: Ab sofort müssen alle Juden über sechs Jahre in der Öffentlichkeit den gelben Stern, den so genannten "Judenstern" tragen.
29. November: 512 arbeitsfähige Nürnberger Juden unter 60 Jahre werden in ein Lager bei Riga abtransportiert.
   
1942 25. März: Rund 452 Juden werden nach Izbica, Kreis Lublin verfrachtet. Niemand überlebt.

Juni: In einem Schauprozess wegen angeblicher Rassenschande wird der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Leo Katzenberger, zum Tode verurteilt und durch das Fallbeil hingerichtet. Es ist das erste Mal, dass aufgrund der Nürnberger Gesetze in Verbindung mit dem §4 der "Verordnung gegen Volksschädlinge" (Verbrechen, begangen unter Ausnutzung der Verdunkelung) ein Todesurteil erlassen und vollstreckt wird.

1. Juli: Schließung der jüdischen Schule in der Oberen Kanalstraße
553 Juden werden nach Theresienstadt deportiert, von ihnen überleben 26.
In den folgenden Jahren werden noch ca. 40 in Nürnberg wohnende Juden nach Theresienstadt und Auschwitz deportiert, von ihnen überleben insgesamt 9.
   
1945 Januar: Die restlichen, noch in Nürnberg lebenden Juden, entgehen der Deportation, weil die Unterlagen und Transportmöglichkeiten durch Luftangriffe auf Nürnberg vernichtet werden.
   
1945 20. April: Die Amerikaner marschieren in Nürnberg ein. Dr. Julius Nürnberger, Adolf Hamburger und Paul Baruch gründen sofort wieder eine Israelitische Kultusgemeinde.
Die amerikanische Militärregierung übergibt ihnen das Haus der ehemaligen jüdischen Krankenschwestern in der Wielandstr. 6, das von der Deutschen Arbeitsfront arisiert worden war. Dort wird zu aller erst eine Auffangstation für die ca. 75 Überlebenden der etwa 1.500 direkt aus Nürnberg nach dem Osten deportierten jüdischen Bürgern eingerichtet.
Ebenfalls in diesem Gebäude ist in einem kleinen Büro das Sekretariat der Gemeinde untergebracht. Die Gebete an den Freitag Abenden und Samstag Vormittagen werden im Speisesaal durchgeführt.
Im Dezember findet die erste Mitgliederversammlung statt. Die finanzielle Situation der Gemeinde ist bestürzend. Die wieder erstandenen Kultusgemeinden in Bayern sind offiziell nicht Rechtsnachfolger der im Juni 1943 aufgelösten Kultusgemeinden. Die Bewohner der Wielandstraße werden über die Sozialämter versorgt, allerdings mit einem sehr niedrigen Satz.

Die nächste große Aufgabe ist die Wiederherstellung der mehr oder weniger beschädigten Friedhöfe an der Schnieglinger- und der Bärenschanzstaße. Die Stadt Nürnberg tut ihr Möglichstes, um zumindest den Friedhof an der Schnieglinger Straße wieder in einen ordentlichen Zustand zu bringen.
   
1948 Die 2. Generalversammlung der IKG Nürnberg wird durchgeführt.
   
1952 Die Gemeinde zählt bereits 182 Mitglieder. 130 davon leben in Nürnberg, 52 in der näheren oder weiteren Umgebung. Es haben sich viele, so genannte DP'S, die nach Auflösung ihrer Lager in der Region ihren Wohnsitz genommen haben, der Nürnberger Gemeinde angeschlossen.
   
1954 Die Gemeinde ist inzwischen auf 196 Mitglieder angewachsen. Der 1952 gewählte Vorstand wird bei der in diesem Jahr abgehaltenen Generalversammlung bestätigt
   
1960 Der bestehende Saal wird vergrößert, eine Bühne eingebaut und ein Religionszimmer geschaffen.
Das 100jährige Bestehen der Gemeinde im Jahr 1962 kann bereits in den neuen Räumen gefeiert werden.
   
1966 In diesem Jahr gibt es einen Generationswechsel in der Vorstandschaft. Adolf Hamburger verzichtet auf eine Wiederwahl, er wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Paul Baruch wird 1. Vorstand, Arno Hamburger 2. und Dr. Majloch Majngarten 3. Vorstand der IKG Nürnberg.
   
1967 Es wird wieder eine Gemeindezeitung herausgegeben.
Im gleichen Jahr erhält die Gemeinde Kenntnis von vier jüdischen Grabsteinen aus dem 1349 zerstörten Friedhof, die als Treppenstufen im Südturm der Lorenzkirche eingelassen waren. Nach längeren Verhandlungen stimmt das Evang. Dekanat zu, die Steine aus den Stufen herauszunehmen und sie an einen würdigen Platz in der Aussegnungshalle am jüdischen Friedhof zu verbringen.
   
1970 In einem Festakt werden die Grabsteine an der Wand der Aussegnungshalle angebracht. Sie sind das älteste, nicht schriftliche Zeugnis der Anwesenheit von Juden in Nürnberg.
Die Gemeinde ist zwischenzeitlich auf 270 Mitglieder angewachsen. Als Folge des "Prager Frühlings" kommt eine ganze Reihe Personen jüdischen Glaubens aus der CSSR nach Nürnberg und nimmt hier ihren Wohnsitz.
Die Gemeinde verkauft ein rd. 15.000 qm großes Grundstück zwischen dem West- und dem jüdischen Friedhof an die Stadt, erwirbt mit dem Erlös ein rd. 2.500 qm großes Baugrundstück und beschließt, dort zwei Wohnhäuser zu errichten, um mit den Mieteinnahmen die finanziellen Probleme, zumindest teilweise, zu lösen.
   
1971 Erstmals in der Nachkriegszeit ergeht von der Stadt eine Einladung an ehemalige jüdische Einwohner im Ausland. Diese Tradition wird bis heute fortgesetzt.
Am 11. Juni wird zur Erinnerung an die große Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz ein Gedenkstein eingeweiht.
   
1972 Die beiden Wohnhäuser an der Oedenberger Straße können bezogen werden.
Arno Hamburger wird zum 1. Vorsitzenden der Gemeinde und im gleichen Jahr in den Nürnberger Stadtrat gewählt. Damit ist die Gemeinde nach über 39 Jahren wieder im Stadtparlament vertreten.
   
1980 Das Anwesen Wielandstr. 6, erbaut im Jahre 1928, das als Altenwohnheim, Gemeindeverwaltung und Gebetshaus genutzt wurde, entspricht nicht mehr den Anforderungen, die von der Regierung Ansbach an ein Altenwohnheim gestellt werden und ist auch für die Anzahl der Mitglieder als Gebetsstätte nicht mehr adäquat.
So wird nach längeren Diskussionen unter den Mitgliedern der Gemeinde beschlossen, ein neues Gemeindezentrum zu errichten.
   
1982 Der Vorstand bekommt von der Generalversammlung den Auftrag, ein Grundstück an der Kilian-/Johann-Priem-Straße, das der Gemeinde von der Stadt angeboten worden war, zu erwerben und mit dem Bau des neuen Zentrums zu beginnen.
Im gleichen Jahr wird ein Straßenzug nach David Ben Gurion benannt. Es ist für die IKG Nürnberg eine große Genugtuung, dass in der ehemaligen Stadt der Reichsparteitage, in der ein unmenschlicher Gauleiter ein besonders grausames Regime gegen die jüdischen Bürger geführt hatte, eine solche Ehrung für den ersten Ministerpräsidenten des Staates Israel vollzogen wird.
   
1983 Mit den Ausschachtungsarbeiten an der Kilianstraße für das wohl wichtigste Vorhaben der IKG Nürnberg seit dem Bau der großen Synagoge am Hans-Sachs-Platz in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird begonnen.
   
1984 Nach nur 1 ½ jähriger Bauzeit, am 8. September 1984, auf den Tag genau 110 Jahre nach der Einweihung der großen Synagoge am Hans-Sachs-Platz, wird das neue Gemeindezentrum, bestehend aus einem Senioren Wohn- und Pflegeheim, einer Synagoge und den Verwaltungsräumen, durch den amtierenden Oberbürgermeister Dr. Urschlechter seiner Bestimmung übergeben.
   
1987 In einer kleinen Feier wird ein Rückblick gegeben auf die 125 Jahre bestehende Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg.

Im gleichen Jahr kehrt der sogenannte "Judenstein" in die Gemeinde zurück. Dieser Stein, der Thora-Aufsatz aus der im Jahre 1499 zerstörten Synagoge, war 1909 von der damaligen Gemeinde erworben und in der Synagoge am Hans-Sachs-Platz eingemauert worden. Beim Abbruch dieser Synagoge 1938 verschwanden der Stein und eine darunter angebrachte Tafel.

Nach dem Krieg fand man das Relikt im Keller des zerstörten Polizeipräsidiums. Der Stein findet nun seinen endgültigen Platz an einer Wand der neu erbauten Synagoge an der Johann-Priem-Straße.
   
1988 Am 7. August wird der kleine Gedenkstein, der an die 50 Jahre zuvor durch die Nazis zerstörte Hauptsynagoge erinnert, durch ein größeres Denkmal ersetzt.

Am 9. November wird zur Erinnerung an die Synagoge in der Essenweinstraße, die in der Nacht der Schande den Flammen zum Opfer gefallen war, ein Denkmal enthüllt.
   
1990 Die Einreise von Glaubensschwestern und -brüdern aus der ehemaligen Sowjetunion beginnt.
   
2005 Bis 2005 hat die IKG Nürnberg über 1.200 dieser sogenannten "Kontingentflüchtlinge" aufgenommen und bemüht sich nach besten Kräften, sie in unserer Stadt zu integrieren und ihnen eine neue Heimat zu bieten. Eine schwere, aber schöne Aufgabe, und wir hoffen, sie mit Hilfe der Stadt, anderen Institutionen und Menschen guten Willens erfolgreich lösen zu können.
Natürlich bringt die Steigerung der Mitgliederzahl von knapp 300 im Jahre 1990 auf 1.450 im Jahr 2005 viele Probleme mit sich. Es stellt sich immer mehr heraus, dass das "neue Gemeindezentrum" und die "neue Synagoge" des Jahres 1984 räumlich nicht mehr ausreichen. Mit allerlei möglichen und zum Teil auch unmöglichen Hilfskonstruktionen bemühen wir uns, die prekäre Situation zu bewältigen. Wenn aber die Zuwanderung in gleichem oder ähnlichem Umfang wie in den letzten 10 - 12 Jahren weiter geht, wird nach einer Lösung gesucht werden müssen.


Zusammenfassend darf gesagt werden, dass die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg in Bayern und in der Bundesrepublik einen guten Namen hat. Sie ist ein integraler Bestandteil der Stadt Nürnberg, sie hat ein gutes Verhältnis zur Stadtverwaltung, zu den Kirchen und zu den staatlichen Behörden. Sie engagiert sich sehr in dem Bemühen der Stadt, aus der "Stadt der Reichsparteitage" die "Stadt der Menschenrechte" zu machen, bzw. gemacht zu haben.
Unser Wunsch ist es, mit allen Menschen guten Willens in dieser Stadt und darüber hinaus zu arbeiten, um Intoleranz, Ausländerfeindlichkeit und Missachtung von Minoritäten zu bekämpfen, damit es nie wieder zu Zuständen kommen kann, wie sie in den Jahren 1933 bis 1945 das Geschehen in unserem Lande bestimmten.


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