Sind die Siedlungen ein Friedenshindernis?

Die IKGN lud zum Vortrag anläßlich des israelischen Unabhängigkeitstages Yom haAtzma'ut ein; die NN kündigt die Veranstaltung an:

Nürnberger Religionsgespräch

Der Rat der Religionen, in dem die IKGN mitarbeitet, nahm mit Vertretern anderer Religionen am Nürnberger Religionsgespräch der evangelischen Kirche im Historischen Rathaussaal teil. Die NN berichten:

Chanukka

Die NN berichtet über Chanukka und wie es von Mitgliedern der IKGN gefeiert wird.

Neuer Vorstand

Die IKGN hat einen neuen Vorstand mit Jo-Achim Hamburger an der Spitze. Die NN berichtet:

Gedenken an die Nacht der Schande 1938

Auf dem Israelitischen Friedhof gedachte die IKGN gemeinsam mit der Stadt Nürnberg an den 9.11.1938. Die NN schreibt:

Bundeskanzlerin wird von IKGM-Obb geehrt

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird von der Präsidentin der IKG Münchgen und Oberbayern Charlotte Knobloch mit der Jakob-Ohel-Medaille geehrt. Vertreter der IKGN waren dabei, die NN berichteten:

 

PT-Convention

300 junge deutsche Juden zu Gast in der IKGN - das schreibt die NN:

Rat der Religionen gegründet

Wie in manchen anderen deutschen Städten, so wurde jetzt auch in Nürnberg ein Rat der Religionen gegründet. Die IKGn ist mit vielen anderen Religionen dabei. Die Feierstunde fand im Rathaussaal statt, die NN berichtet:

 

Direktverbindung NUE-TLV

Ab dem Winterflugplan, der am 2.11.2017 in Kraft tritt, fligt die Fluggesellschaft GERMANIA zweimal wöchentlich (Mo., Do.) direkt und Nonstop von Nürnberg nach Tel Aviv. Die NN berichtet:

 

Gedenken an die Zerstörung der Synagoge

Den Gedenktag Tischa beAw im Jahr 1938 nahm der unselige Julius Streicher zum Anlaß, die Nürnberger Hauptsynagoge abzubrechen. Daran erinnerten wir mit einer Gedenkveranstaltung in der (neuen) Synagoge mit dem Bundestagsabgeordneten Michael Frieser. Die NN berichteten:

 

Erste öffentliche Verlesung der Rede von Rabbiner Leo Baeck

Am 15. September 2015, am 80. Jahrestag der Verkündung der „Nürnberger Gesetze“, wurde im Rahmen einer Veranstaltung im Dokuzentrum Reichsparteitagsgelände an das Ereignis erinnert. Da die Mitarbeiter und Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde das jüdische Neujahrsfest feierten und nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, wurde beschlossen einen Text verlesen zu lassen. Wir danken der Kulturreferentin, Prof. Dr. Julia Lehner, für die Verlesung einer Rede des Rabbiners Leo Baeck.

Die folgende Predigt von Rabbiner Leo Baeck, für den Versöhnungstag im Oktober 1935, wurde durch einen Befehl der Gestapo verboten. Leo Baecks Worte sind stark vom Schock über den Erlass der Nürnberger Gesetze geprägt. Rabbi Leo Baeck und Otto Hirsch wurden deshalb für kurze Zeit von den Nazi-Schergen verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Am 15. September 2015 wurde die Rede zum ersten Mal öffentlich verlesen.

In dieser Stunde steht das ganze Haus Israel vor seinem G’tt, dem gerechten, dem barmherzigen G‘tt. Wir werden unser Wesen erforschen und uns zum Herrn bekehren! Wir werden prüfen, wohin wir uns gewandt haben und wo wir gefehlt haben. Wir werden uns zu all unseren Sünden bekennen und sie gestehen: Wir werden sagen: „Wir haben gesündigt“ und wir werden mit dem Willen zur Reue vor dem Herrn beten und sagen: „Herr, vergib uns!“

Wir stehen vor unseren G’tt und mit demselben Mut, mit dem wir uns zu unseren Sünden bekannt haben, den Sünden des Einzelnen und den Sünden unserer Gemeinschaft, werden wir unsere Abscheu vor den gegen uns gerichteten Lügen ausdrücken, gegen die Verleumdung unseres Glaubens und ihren Ausdrucksformen; diese Verleumdung ist unter unserer Würde. Wir glauben an unsere Religion und unsere Zukunft. Wer hat der Welt das Geheimnis des Ewigen, des Einzigen G’ttes überbracht? Wer hat der Welt das Verständnis für ein Leben der Reinheit, der Reinheit der Familie übermittelt? Wer hat der Welt Achtung für den Menschen gelehrt, der im Antlitz des Herrn erschaffen wurde? Wer hat der Welt das Gebot der Gerechtigkeit, der sozialen Rücksichtnahme nähergebracht? In all diesen Bereichen war der Geist der Propheten Israels, die Offenbarung G’ttes an das jüdische Volk, auschlaggebend. Der Ursprung lag in unserem Judentum, und dort wächst es noch immer. Die ganze Verleumdung wird null und nichtig, wenn sie diesen Fakten gegenübergestellt wird.

Wir stehen vor unserem G’tt: Unsere Stärke liegt in Ihm. In Ihm liegt auch die Wahrheit und Würde unserer Geschichte. Er ist die Quelle unseres Überlebens bei allen Veränderungen, unserer Standhaftigkeit bei all unseren Prüfungen. Unsere Geschichte ist die geistige Größe, geistige Würde. Wir wenden uns ihr zu, wenn wir angegriffen und beleidigt werden, wenn Not und Leid uns bedrohen. Der Herr führte unsere Väter von Generation zu Generation. Er wird auch uns und unsere Kinder durch unsere Zeit führen.

Wir stehen vor unserem G’tt; wir schöpfen Kraft aus Seinen Geboten, die wir befolgen. Wir verneigen uns vor Ihm, und wir stehen aufrecht vor den Menschen. Wir dienen Ihm, und wir bleiben standhaft bei jedem Wechsel, der sich in unserer Umgebung vollzieht. Wir setzen unser Vertrauen demütig in Ihn, und der Weg, den wir einschlagen, ist klar, wir sehen unsere Zukunft.

Das ganze Haus Israel steht in dieser Stunde vor seinem G’tt. Unsere Gebete, unser Glauben und unsere Religion teilen wir mit allen Juden auf dieser Erde. Wir sehen uns an, wir kennen uns, wir blicken auf den Herrn und wir wissen, was auf Dauer ist.

„Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.“

„Er, der Frieden stiftet in seinen Himmelshöhen, Er stifte Frieden unter uns und ganz Israel, sprecht Amen."

Wir sind erfüllt von Trauer und Schmerz. In Stille werden wir nun all das, was unsere Herzen erfüllt, zum Ausdruck bringen, in Augenblicken der Ruhe vor unserem G’tt. Diese stille Andacht ist eindringlicher als es Worte je sein könnten.“

 

Biographische Angaben:

Leo Baeck wurde in Lissa (damals preußische Provinz Posen) im Jahre 1873 geboren und verstarb in London im Jahre 1956. Er war ein Patriot, der sich für die Emanzipation der Deutschen Juden einsetzte. Als eine der wichtigsten Gestalten und politischen Leitfiguren der Deutschen Juden, wurde er 1922 Präsident des allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes. Als die Nazis 1933 an die Macht kamen wurde er Präsident der Rechtsvertreter der Deutschen Juden. Der Verband wurde von den Nazis gezwungen, sich in „Reichsverband der Juden in Deutschland“ umzubenennen, da es für die Nazis keine „Deutschen Juden“ sondern nur „Juden in Deutschland“ geben sollte.

Baeck weigerte sich Deutschland zu verlassen. 1943 wurde er zusammen mit Familienmitgliedern nach Theresienstadt deportiert. Dort setzte er seine Vorlesungen über Theologie und Philosophie fort. Das Lager wurde 1945 befreit. Er überlebte schwer gezeichnet. Seine vier Schwestern wurden von den Nazis ermordet.

1955 hat eine Gruppe von Verfolgten, deutsch-jüdischen Intellektuellen, unter ihnen Hannah Arendt, Martin Buber, Robert Weltsch und Gershom Sholem, in Jerusalem das Leo Baeck Institut gegründet, das bis heute den Auftrag hat, die Erinnerung an die Geschichte der deutsch-jüdischen Kultur zu erhalten.

 

Folgender Artikel erschien am 5. Oktober 2015 in den Nürnberger Nachrichten:

Beitrag in den NN am 5.10.15